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Profil oder Profit?

Regel 1: Hören Sie zu!

Social Media - und im Speziellen Facebook als das Synonym für Social Media - ist ein Medium, in welchem sich der Mensch zu erkennen gibt. Wen er kennt, was er tut, wie er lebt, seine persönlichen Ansichten und was er mag. All diese Merkmale werden von Menschen auf Facebook mit Bedacht ausgewählt, regelmässig aktualisiert und oftmals strategisch gesteuert, um die Wahrnehmung der eigenen Person in den Augen der anderen - kurz das Image - gezielt zu formen.

Kein Wunder, wollen sich viele Marken und Werbeleute heute auf Facebook an Ihre Zielgruppe heranmachen. Immerhin sind mittlerweile 2.6 Millionen kaufkräftige Schweizerinnen und Schweizer nur einen Klick entfernt, verbringen viel Zeit auf Facebook, Youtube, Twitter etc., und sind dort ja praktisch gratis zu erreichen. Warum also nicht mit wenig Geld viel erreichen? Und wieso überhaupt noch Geld investieren in klassische Werbemedien wie Print, Plakat oder Kino und TV.

Und genau hier liegt der Denkfehler vieler Unternehmen.

Man kann als Marke sein Image auf Facebook nicht verbessern. Man kann es nicht erzwingen. Denn die Beliebtheit einer Marke auf Facebook ergibt sich aus all jenen Dingen, die sie nicht auf Facebook tut. Nur wenn die Marke oder ein Unternehmen in der realen Welt gefällt, schenkt der User ihr auf Facebook seine Aufmerksamkeit und sein Interesse. Und im besten Fall klickt der Facebook-User auf den "gefällt mir" Button, den alle Marken und Unternehmen gerne haben möchten, diesen zu erhalten aber doch so schwer sein kann.

Und sollte Ihr primäres Ziel gar sein, via Facebook nur kommerzielle Interessen zu verfolgen und Produkte an die Community verkaufen zu wollen, ist ein Scheitern Ihrer Social Media Strategie wahrscheinlich.

Bei den sozialen Plattformen - uns das ist für manchen Marketingverantwortlichen absolutes Neuland - bewegt man sich auf GLEICHER Augenhöhe mit den Benutzern.
Die klassischen Kommunikationsprinzipien von Sender und Empfänger gelten nicht mehr. Jeder ist Sender und Empfänger gleichzeitig.
Der Lebenszyklus einer Botschaft ist kurz, sogar sehr kurz. Was heute eventuell noch von einem gewissen Interesse ist, morgen interessiert sich niemand mehr dafür. Analog einer Stammtischrunde in einem Restaurant wird über ein Thema heftig diskutiert und Meinungen ausgetauscht. Es wird gelobt, getadelt und so weiter. Jeder kann mitmachen, muss aber nicht daran teilnehmen. Und vielleicht nach einer Stunde ist das Thema passé.

Eine grosse Nachhaltigkeit kann und darf nicht erwartet werden, aber genau diese Gespräche lassen ein WIR-Gefühl heranwachsen und bilden schlussendlich eine Community, eine Community unter Freunden = Social Media.

Summary: Nur alleine mit den sozialen Plattformen kann ein Unternehmen ihr Image nicht verbessern. In den sozialen Netzwerken gibt man sich auf gleiche Augenhöhe. Das Prinzip von Sender und Empfänger gilt nicht mehr. Social Media ist mehr eine Denkhaltung als eine Disziplin.